Herzensbusiness: Die spirituelle Manipulation

Es gibt ein Thema, ĂĽber das ich schon lange schreiben wollte. Das Thema Herzensbusiness. Wer viel im Internet unterwegs ist und sich mit Spiritualität beschäftigt, wurde mit diesem Begriff garantiert konfrontiert. Traurig eigentlich, dass dieser stets mit Spiritualität in Zusammenhang gebracht wird. Das Wort „Herzensbusiness“ klingt im ersten Moment neutral, doch eigentlich steckt der Teufel dahinter. 

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Ich trage es, weil ich mich wohlfĂĽhle!

Wer kennt diesen Satz nicht? – Ich trage mein Outfit deswegen, weil ich mich darin wohlfĂĽhle. Die Meinung anderer interessiert mich nicht. Jedes Mal, wenn ich dies lese, muss ich innerlich grinsen. Ganz ehrlich, gibt es einen Menschen da drauĂźen, der sich nur fĂĽr sich kleidet. Ich bezweifle es! 

Es soll nicht darum gehen, dass man sich nicht kleiden darf, wie man will. Ich trage ich auch das, was mir gefällt und gedenke, dass mir die Meinung anderer nicht wichtig erscheint. Doch gestern machte ich mir exakt zu diesem Thema Gedanken. Machen wir es freiwillig, oder doch nicht? 

Was bedeutet wohlfĂĽhlen? Zuhause trage ich am liebsten eine Jogginghose. Schlapperlook, ungeschminkt, nicht frisiert und einfach chillen. So fĂĽhlt sich das Leben an. 

Unser Zuhause ist unserer Garderobe im Theater des Lebens

BelĂĽgen wir uns nicht selber, wir alle spielen Rollen und diese ziemlich gut. Wann immer wir auĂźer Haus gehen, schlĂĽpfen wir in eine dieser Akteure. Auf der Arbeit tragen wir andere Klamotten als beim Einkaufen. Treffen wir uns mit der besten Freundin, ziehen wir andere Sachen an als bei einem Date. Besuchen wir die Eltern, tragen wir andere Kleidung als auf der Volkshochschule. Doch am Ende behaupten wir, wir kleiden uns so, damit WIR uns wohlfĂĽhlen. 

Lassen wir die gesellschaftlichen Regeln auĂźen vor, frage ich mich. Warum fĂĽhlen wir uns zuhause im Jogginganzug wohl und mĂĽssen uns zum Einkaufen stylen? Stylen bedeutet fĂĽr mich nicht unbedingt, dass man sich 10 kg Schminke ins Gesicht klatschen muss. Ziehen wir uns um, so tragen wir ein KostĂĽm, fĂĽr die nächste Rolle im Leben. Zugeben, wenn es einmal schnell gehen muss, vergessen wir auf die Jogginghose und lassen sie an. Doch Hand aus Herz. FĂĽhlt ihr euch wohl dabei? Ein paar Menschen gibt es, die ich durchaus in solchen Hosen sehe. Keine Frage. Doch der GroĂźteil sieht nicht so aus, wie ich mir die Menschen zuhause auf der Couch vorstelle. 

ich einfach so

Umgekehrt stelle ich mir die Frage. Wenn man sich in bestimmten Klamotten sexy und wohlfĂĽhlt, warum trägt man diese nicht zuhause? Warum macht sich keiner die MĂĽhe, sich in den eigenen vier Wänden in Schale zu werfen? Warum nicht fĂĽr sich schminken, fĂĽr sich das Abendkleid herausholen und den Abend mit sich selbst genieĂźen? Tut das irgendwer von euch? Ich spreche nicht von einem Abendessen mit dem Partner oder mit sonst wem. Wann habt ihr euch das letzte Mal ein Kleid nur fĂĽr euch angezogen? Exakt an diesem Punkt entlarve ich eure LĂĽge. 

Nein, ihr tragt eure Klamotten nicht nur fĂĽr euch selbst. Ihr denkt es, ihr tut es. Möglicherweise tut ihr es sogar, doch in euch sitzt ein kleines Männlein, welches euch anleitet. Dieses ist mit eurem Unterbewusstsein verknĂĽpft. Auch, wenn wir es nicht bewusst bemerken, werden wir geleitet. Wir tragen bestimmte Dinge, weil wir auffallen möchten, weil wir sexy sein möchten, oder weil wir einfach nur sein möchten. Selbst, wenn wir im Schlapperlook auf die StraĂźe gehen, mit unfrisiertem Haar, spielen wir eine Rolle. Zumeist ist es diese, ich benötige Mitleid, weil es mir nicht gut geht. 

Selbstverständlich soll dies keine Kritik an euch sein, ich bin schlieĂźlich genauso. Ich machte mir bloĂź Gedanken darĂĽber, wie unfreiwillig wir eigentlich durch die Welt laufen. Wir nehmen so vieles als selbstverständlich an, dabei werden wir von klein auf programmiert. FĂĽr die meisten ist es normal, dass man in der Oper eine Abendgarderobe trägt. Bewirbt man sich bei einer Bank, zieht man sich ebenso hĂĽbsch an. Dies sind die Normen, die uns die Gesellschaft vorgibt, jene, die wir bewusst eingetrichtert bekommen. Dann gibt es diese, die wir tief im Unterbewusstsein gespeichert haben. 

Wir denken, wir tun es, weil es uns gefällt, in Wirklichkeit spricht die innere Stimme im Geheimen: 

  • Ich trage keine Jogginghose im Supermarkt, weil die anderen Leute denken könnte, ich bin arm, ungepflegt, faul oder habe keine Ahnung von Mode. 
  • Ich trage einen Push-up, weil ich mich mit kleinen BrĂĽsten unwohl fĂĽhle. Weil ich hörte, dass kleine BrĂĽste einfach nicht sexy sind. 
  • Ich trage verrĂĽckte Kleidung, weil ich ein verrĂĽckter Mensch bin und dies soll die ganze Welt mitbekommen. Ich bin anders und das möchte ich mitteilen. 

Erkennt ihr euch eventuell in den Beispielen wieder? Denkt mal darĂĽber nach, wie freiwillig ihr gewisse Dinge tut. Bitte seid nicht böse, dies ist nur ein Gedankenspiel, weil mich das Thema innere Arbeit interessiert. 

Just I. !

Stelle dein Leben auf den Kopf – trage wirklich, was du willst

Es gibt eine Person auf dieser Welt, der ich abnehme, dass sie sich wohlfĂĽhlt. Pippi Langstrumpf. WĂĽrde jemand in diesem Outfit durch die FuĂźgängerzone laufen, bekäme der Mensch sofort Zurufe zu hören. Doch Pippi ist eines der besten Beispiele auf diesem Gebiet. Sie macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt. Ă–ffne deinen Kleiderschrank und mach es ihr nach. Stelle dir vor, du könntest alles ĂĽberall anziehen, egal was die Gesellschaft denkt. Du fĂĽhlst dich in deinem Ballkleid pudelwohl – zieh es an und geh damit einkaufen. Warum nicht? Weil es die Gesellschaft möchte? 

Willst du ungeschminkt aus dem Haus gehen, setze es um. Warum interessieren dich die anderen? FĂĽhlst du dich NUR mit Push-up wohl? Am nächsten Wochenende empfehle ich dir, zieh die bequeme Skiunterwäsche an und leg dich damit auf die Couch. Trage viel öfter die Dinge, in denen du dich wohlfĂĽhlst. Nun bin ich mir sicher, dass es einige KleidungsstĂĽcke gibt, die nicht bequem sind. Viele trägst du nur, weil du denkst, sie tragen zu mĂĽssen. 

Kleider machen Leute, so sagt man. Ja, wir alle spielen Rollen und diese ziemlich gut. Ich wiederhole mich, es geht nicht darum, dass wir teils Kleidung tragen, weil wir Blockaden haben, es geht darum, dass wir dazu stehen sollten. Ich stehe dazu, ich ziehe mich nicht nur wegen mir an, sondern weil ich auffallen will. Es ist Fakt und warum sollte ich lĂĽgen? NatĂĽrlich zieh ich es fĂĽr mich an. Trage ich bestimmte Kleidung, strahle ich ein anderes Selbstbewusstsein aus, und man nimmt mich anders wahr. Ob dies nun die Kleidung oder meine Ausstrahlung ist, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass man auf andere Menschen immer wirken möchte. Egal, ob man nun auf einen Flirt aus ist oder einfach cool da stehen möchte. Im Unbewussten wollen wir alle bewundert werden. Wie ein Pfau, der seine Federn aufschlägt. „Hier bin ich, schaut mich alle an und seht wie toll ich bin“. 

An manchen Tagen ist mir alles egal. 

Es gibt Tage, an denen mir alles egal ist. An diesen style ich mich nicht und trage die nächstbeste Hose, die ich im Schrank finde. Ich denke nicht darĂĽber nach, ob die Klamotten irgendwie harmonieren oder ob ich ansprechend aussehe. Dies geschieht oft an solchen Tagen, an denen ich voll in mich gekehrt bin. An solchen, wo ich keine Energie habe, mich zu stylen und Harmonie in die Kleidung zu bringen. Es sind diese einzelnen Tage, wo ich einfach ich selbst bin. Die Tage, wo ich die Garderobe verlasse, auf die BĂĽhne trete und dies ganz ohne Stylisten, vollkommen nackt. Wir sollten öfter einfach so auf die BĂĽhne treten, ohne nachzudenken und einfach das Leben genieĂźen.